
Wenn man an legendäre Gitarrenhersteller denkt, fallen meist Namen aus den USA ein. Doch Europa hat seine ganz eigene, faszinierende Geschichte – und mittendrin steht die italienische Kultmarke EKO Guitars.
Vom Akkordeon zur Gitarren-Revolution
Die Geschichte von EKO beginnt Ende der 1950er Jahre in der italienischen Region Marken (unter anderem in Recanati und Castelfidardo) – damals das Epizentrum des europäischen Instrumentenbaus.
Der Gründer Oliviero Pigini betrieb ursprünglich einen Handel für Musikinstrumente. Weil die Qualität importierter Einsteigergitarren jedoch stark zu wünschen übrig ließ, traf er 1959 den Entschluss, selbst Gitarren zu produzieren. 1960 wurde EKO offiziell gegründet.
Der europäische Riese der 60er Jahre
EKO traf exakt den Nerv der Zeit. Die 1960er Jahre brachten den Rock ’n’ Roll und den Boom der Beat-Bands:
- Innovatives Design: In den frühen 60ern baute EKO Solidbody-E-Gitarren, die mit bunten, schimmernden Celluloid-Oberflächen überzogen waren – ein einzigartiger Look, der den italienischen Stil der Epoche prägte.
- Massenproduktion & Qualität: EKO wuchs rasant. 1965 fertigte das Werk täglich rund 600 Gitarren (ca. 130.000 Stück im Jahr) und stieg zum größten Gitarrenhersteller Europas auf. Die Instrumente wurden in über 60 Länder exportiert.
- Kooperationen: EKO baute unter anderem Modelle für die renommierte britische Marke Vox und belieferte berühmte Bands der Ära.
Die Geburt einer Legende: EKO Ranger
Mitte der 60er Jahre stellte EKO seine berühmte Jumbo-Westerngitarren-Serie vor: die J54 (6-saitig) und J56 (12-saitig), die später unter dem Namen EKO Ranger weltberühmt wurden.
- Die EKO Ranger 12 avancierte in den 1970er Jahren zur meistverkauften 12-saitigen Akustikgitarre der Welt.
- Bekannt für ihre robuste Bauweise, ihren prägnanten Klang und den geschraubten Hals, ist die Ranger bis heute ein echter Klassiker auf der ganzen Welt.
Rückschläge und Wandel
Die Firmengeschichte verlief nicht ohne Dramatik:
- 1966 zerstörte ein verheerender Großbrand die Fabrik in Recanati. Doch innerhalb von nur zwei Monaten nahm das Team die Produktion wieder auf.
- 1967 verstarb der visionäre Gründer Oliviero Pigini überraschend im Alter von nur 44 Jahren.
- Trotz der Rückschläge erweiterte EKO in den late 60ern und 70ern sein Portfolio um Verstärker, Orgeln (u. a. die berühmte Tiger-Orgel) und weltbekannte Einsteigermodelle.
- EKO heute
- Auch heute ist EKO Guitars wieder ein fester Bestandteil der Musikwelt. Mit einer gelungenen Mischung aus der eigenenTradition (wie der Neuauflage der legendären Ranger-Serie) und modernen Einsteiger- sowie Mittelklasse-Instrumenten steht die Marke weiterhin für italienische Designtradition und ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis.
